Reisebericht: Sokolov vis 1

Gespeichert von jezour am So., 01.03.2015 - 12:08

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag Sempervivum sp. from Sokolov vis

Der Name ‘Sokolov vis‘ ist für sie vielleicht bekannt, es gilt auch für die Namen ‘Radan‘ oder ‘Radan planina.‘ Ich habe die Namen früher erwähnt, in den letzten zwei Jahren habe ich endlich die Standorte besucht und ich kann mehr über den Pflanzen schreiben. Trotzdem bin ich immer nicht fähig die Pflanzen zu einer bekannten Art einzuordnen, bis jetzt habe ich für sie keinen passenden Namen gefunden.

Das Gebirge Radan planina liegt in Serbien, das Gebirge befindet sich im Süden von Serbien und gibt es nicht weit von dem Städtchen Kuršumlija. Das Gebirge liegt auch in der Nähe der Grenze mit Kosovo. Das Gebirge ist nicht ausgedehnt. Der höchste Gipfel des Gebirges heißt Šopot und misst 1408 Meter. Der Berg Sokolov vis gibt es etwa in der Mitte des Gebirges.

Wie komme ich auf das Gebirge Radan planina? Als ich zum ersten Mal mit V. Ranđelović über Hauswurz geschrieben habe, hat er das Gebirge Radan planina erwähnt. Er hat geschrieben, dass da seltsame Pflanzen der Gattung Sempervivum wachsen. V. Ranđelović ist ein Professor und er wirkt an der Universität in Niš. Darum möchte ich ihm für die Angaben über den Pflanzen sehr bedanken. Bis jetzt habe ich diese seltsame Pflanzen an den zwei Naturstandorten beobachtet.

Die seltsame Pflanzen der Gattung Semprevivum wachsen an den Abhängen von Sokolov vis. Sie wachsen an den mehreren Örtern der Abhängen des Berges. Die Pflanzen, über denen ich in diesem Reisebericht schreibe, wachsen in der Höhe von 1320 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird Andesit gebildet. Der Ort an dem südlichen Abhang von Sokolov vis ist gar nicht groß, trotzdem wächst da eine riesengroße Menge der Rosetten.

Die Pflanzen am Naturstandort bilden Gruppen, ausgedehnte Kolonien, einige Rosetten wachsen auch allein. Einige Kolonien waren sehr ausgedehnt, sie enthalten viele Rosetten und messen fast 0,5 Quadratmeter. Am Naturstandort habe ich die Rosetten aller Größen beobachtet. Alle Rosetten waren in guten Zustand.

Die größeren Rosetten waren viel mehr geöffnet als die kleineren Rosetten. Die kleineren Rosetten waren eher geschlossen. Alle Rosetten waren grün oder grünblau gefärbt, die Rosettenblätter waren an den Spitzen lila gefärbt. Viele Rosetten haben die neuen Ausläufer gebildet. Ich habe ziemlich viele vertrockente Blütenstengel am Naturstandort beobachtet. Die Rosetten blühen viel am Naturstandort. Ich habe auch die Blütenstengel kurz vor dem Blühen beobachtet, in einem Fall habe ich eine ein wenig geöffnete Blüte.

Die Kronblätter der Blüten werden hell gelb gefärbt. An der Basis werden die Kronblätter lila gefärbt, der lila Streifen läuft bis ein Drittel der Kronblätter. Die Staubfaden werden auch lila gefärbt, die Staubeutel werden gelb gefärbt, die Fruchtblätter werden gelbgrün gefärbt.

Es scheint, dass diese Pflanzen zu der Art Sempervivum zeleborii gehören. Ich bin nicht dafür, denn nicht weit von Sokolov vis gibt es auch einen Standort von Sempervivum zeleborii – der Naturstandort von S. zeleborii liegt im Prolom Banja etwa 8 Kilometer nordwestlich. Die Pflanzen am Naturstandort an den Abhängen von Sokolov vis haben andere Gestalt der Rosettenblätter. Die Rosettenblätter dieser Pflanzen sind dicht drüsig behaart (die Rosettenblätter von S. zeleborii am Naturstandort im Prolom Banja sind nur behaart). Vielleicht gibt es einen passenden Namen für diese Pflanzen – Sempervivum kindingeri. Aber zuerst ist es nötig den Naturstandort von S. kindingeri in Mazedonien wieder zu entdecken.

Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
jezour

Zum Naturformen-Eintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

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Comments

Sempernicki

Mi., 24.11.2021 - 09:30

Hallo, lieber jezour,

das ist eine interessante Pflanze. Vielleicht ist ja S. kindingeri nicht ein Synonym von S. leucanthum.

Wir haben im Lexikon nicht nur dieses Synonym, sondern auch noch einen Kultivar namens 'Kindingeri'. Die Bilder davon sehen deiner Pflanze sehr ähnlich. Vielleicht stimmt es nicht, dass sie im Bot. Garten in Tübingen gezüchtet wurde, sondern dort nur gepflegt wurde.

Aber am besten, du schaust auch in Mazedonien nochmal nach S. kindingeri.

Deine Fotos sind toll.

Vielen Dank dafür und auch für den ausführlichen Bericht.

Liebe Grüße

Sempernicki

Sempernicki

Mi., 24.11.2021 - 09:31

Hallo, liebe Sempernicki,

mit dem Namen S. kindingeri wäre ich höchst vorsichtig. Es ist möglich, dass es ein Synonym für S. leucanthum ist, aber es ist genauso möglich, dass es um unterschiedliche Pflanzen handelt.
Über S. kindingeri weiß man wenig. Es wird bekannt ein Gebiet des letzten Fundes (es ist nicht so ausgedehnt), ein paar Abbildungen werden auch bekannt (ein Stengelbaltt, Karpell mit Schuppchen, ein Querschnitt des Karpells und ein Kelchblatt; alles schwarzweiß). Ein Herbar-Beleg wird auch bekannt (nur Blüten und Blütenstengel, keine Rosette).
Es ist nötig zu erwähnen, dass die Abbildungen in den Büchern (Praeger, Konop) nicht dem Herbar-Beleg entsprechen. Die wirklichen Pflanzen von S. kindingeri gibt es in den Sammlungen wahrscheinlich auch nicht.

Die Wiederentdeckung des Naturstandortes von S. kindingeri in der Natur finde ich schwierig und anstrengend. Das Gebiet ist nicht so ausgedehnt, aber sehr gegliedert. Man braucht viel Zeit da.

LG,
jezour

Sempernicki

Mi., 24.11.2021 - 09:32

Wahnsinn, ist das spannend hier!

So schöne Pflanzen, die man noch gar nicht kennt!

Sie scheinen sich bester Gesundheit zu erfreuen und sind zudem auch noch sehr vermehrungsfreudig. Umso mehr verwundert es, dass sie nicht eingeordnet werden können. Ich meine, wenn irgendwo ein paar halbtote Mickerlinge entdeckt werden, stelle ich es mir schon schwierig vor, sie beim Namen zu nennen. Diese hingegen sind prächtig entwickelt.

Ich drücke die Daumen, dass du den Naturstandort von S. kindingerii findest und wir darüber etwas mehr über diese Pflanzen erfahren können.

Vielen Dank für diese spannende Reise!

Liebe Grüße
Zaubergarten

Sempernicki

Mi., 24.11.2021 - 09:32

Hallo, liebe Zaubergarten,

der Naturstandort wird wirklich kurz bekannt, V. Ranđelović hat die Pflanzen im Jahre 2010 gefunden. Die Mitte des Gebirges Radan wird nicht so einfach zugänglich - nur zu Fuß oder mit einem Terrainauto. Der kürzeste Weg zu Fuß dauert nämlich mehr als zwei Stunden, der Höhenunterschied ist etwa 600 Meter. Und die bekannte Beschreibungen von Hauswurz passen zu diesen Pflanzen nicht.

LG,
jezour

Sempernicki

Mi., 24.11.2021 - 09:32

Lieber jezour,

was hat denn V. Ranđelović an Informationen über das Aussehen seiner gefundenen Pflanzen geliefert? Weißt du da etwas?

LG
Sempernicki

Sempernicki

Mi., 24.11.2021 - 09:33

Hallo liebe Sempernicki,

über Aussehen der Pflanzen hat V. Ranđelović nichts geschrieben, denn er hat mir Bilder der Pflanzen geschickt. Er hat geschieben, dass er die Pflanzen nicht einordnen kann. Ich stimme mit ihm zu, denn ich bin auch nicht fähig die Pflanzen einzuordnen.

LG,
jezour

Titelbild
Reisebericht: Sokolov vis 1