Reisebericht: Brojišta

Gespeichert von jezour am Sa., 23.03.2013 - 19:41

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. marmoreum from Brojišta

Wir befinden uns wieder im Montenegro, in einem Nationalpark Montenegros. Der Nationalpark heißt Durmitor. Wir befinden uns im Gebirge Durmitor, nicht weit von dem See Crno jezero. Wir stehen in der Nähe der höchsten Bergen des Gebirges.

In dem Gebirge Durmitor gibt es viele Standorte von Sempervivum marmoreum. Die Art kommt im Durmitor oft vor. Der Standort, den ich heute vorstellen möchte, liegt wieder in der Nähe des Sees Crno jezero. Der See ist etwa ein Kilometer entfernt. Der Standort liegt gleich über der Grenze des Waldes.

Der Standort befindet sich in der Höhe 1726 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird wieder Kalkstein gebildet. Der Standort finde ich ziemlich groß und liegt neben einem touristischen Weg. Der Weg führt in Richtung Katun Lokvice und Bobotov Kuk. Bobotov Kuk ist der höchste Berg Durmitors.

Wie sieht den Standort aus? Der Standort liegt an einem Abhang, der östlich orientiert ist. Es gibt kleine Felsen und viele Steine an dem Abhang. Irgendwo liegen die zwei Steine nah, in meisten Fällen liegen die Steine einsam an dem Abhang. Die Rosetten von Sempervivum marmoreum sind in den Lücken zwischen den zwei Steinen und in der Nähe der Steine gewachsen. Die Rosetten, die in der Nähe der Steine gewachsen sind, wurden oft im Gras versteckt.

An diesem Standort sind wieder beide Klone gewachsen. Welche Klone? Erster Klon hatte die kahlen Rosettenblätter, der zweite Klon hatte die behaarten Rosettenblätter. Die Rosetten mit den behaarten Blätter waren in der Minderheit. Sie wachsen zusammen, es gibt keine Rosette, die nur teilweise behaarten Blätter hat.

Die Rosetten waren vorwiegend grün gefärtbt, die Spitzen der Rosettenblätter waren rot gefärbt. Viele Rosetten haben die neuen Ausläufer gebildet, die Ausläufer waren um 4 cm lang. Ich habe zwei Rosetten, die für das Blühen vorbereitet waren. Alle Rosetten waren in guten Zustand.

Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
jezour

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Fr., 17.12.2021 - 12:09

Hallo, lieber jezour,

nun haben wir ja von dir schon zahlreiche Beispiele von behaarten und unbehaarten Marmoreen gesehen. Weiß du, was ich so langsam, aber sicher, glaube? Die alten Botaniker - also unsere Pioniere - die hatten vielleicht nicht den nötigen Überblick über die vielfältige Gestalt der Pflanzen. Sie haben die unbehaarten immer wieder als S. marmoreum im engeren Sinne aufgelistet und die behaarten zwar vielleicht gesehen, aber "verdrängt" - nach dem Motto: Was nicht sein darf, das nicht sein kann" oder so ähnlich. Vielleicht hatten sie auch keine Lupe dabei, was ich aber nicht glaube. Aber sie haben sie nicht benutzt, weil sie nicht mit Behaarung gerechnet hatten. Heutzutage sieht man die Haare manchmal auch erst auf den vergrößerten Fotos.

Eine andere Idee habe ich nicht. Ich würde in Gebieten wie dem Durmitor-Gebirge die behaarten und unbehaarten Pflanzen nicht trennen.

Wer hat eine andere Idee?

Liebe Grüße und wieder ganz lieben Dank, lieber jezour, für den Bericht und die guten Bilder

Sempernicki

Sempernicki

Fr., 17.12.2021 - 12:11

Liebe Sempernicki,

warte mal, bitte. Die Situation ist mehr kompliziert.

Ich übersetze ein paar Sätze aus dem Werk von D. R. Letz:
"9. 6. 1839 ist Grisebach den Gipfel des heiligen Berges Athos (heutiges Griechenland) bestiegen. Er hat die Flora des Berges studiert, er hat viele Arten erwähnt. Im ersten Werk aus dem Jahre 1841 hat Sempervivum-Art nicht erwähnt, obwohl sie am Berg Athos häufig sind. Im Jahre 1943 hat er neue Art beschrieben - Sempervivum marmoreum.
Grisebach hat mehrere Pflanzen von Sempervivum marmoreum gebracht. Die Auswahl ist nicht eindeutig, denn die Eintragung "W" entspricht nicht der Beschreibung "foliis glabris" - diese Rosette hat kurz behaarte Rosettenblätter."

D. R. Letz meint, dass diese behaarten Pflanzen zu einen anderen Art gehören. Er meint, dass es um S. erythraeum handelt. Er hat es nicht bewiesen.
Trotzdem hat er den Berg Athos besucht. Unten hat er nur die Rosetten mit den behaarten Blätter beobachtet, oben (höher als 1500 m) hat er nur die Rosetten mit den kahlen Rosettenblätter beobachtet. Die Kreuzungen hat er nicht gefunden.

Die Pflanzen mit den behaarten Rosettenblätter wachsen an einigen Standorten allein - ohne die Pflanzen mit den kahlen Blätter.
Die Blüten haben wir noch nicht beobachtet und gewidmet. In der Beschreibung von S. marmoreum steht, dass die Blüten von S. marmoreum 12- oder 13 teilig sollen sein. Es gibt die Blüten von S. marmoreum var. marmoreum auf dem Bild. Die Rosetten sind aus Cheile Turzii aus Rumänien, die Pflanzen haben die kahlen Rosettenblätter...

reise

 S. marmoreum var. marmoreum, Cheile Turzii, die Rosettenblätter sind kahl

Ich habe auch die 16-teilige Blüten gesehen - die Rosettenblätter waren behaart... Die zeige ich später.

LG,
jezour

Sempernicki

Fr., 17.12.2021 - 12:12

Lieber jezour,

vielen Dank für deine Antwort. Ich freu mich auf die Fotos mit den behaarten Rosetten.

Sag mal, was sind denn das für üppige Orchideen auf deinem Foto? Sind das Platantheras?

LG
Sempernicki

Sempernicki

Fr., 17.12.2021 - 12:12

Liebe Sempernicki,

am Standort habe ich keine Orchideen gefunden. Ich glaube, dass es um Betonica alopecuros handelt.


Gestern habe ich zwei Dinge vergessen. Die Botaniker haben die behaarten Pflanzen nicht "verdrängt." Sie haben die Unterschiede in der Behaarung beobachtet, glaube ich.
1) Grisebach hat die behaarten Pflanzen am Berg Athos sicher beobachtet, er hat die behaarten Pflanzen gebracht und studiert.
2) Die Situation hat zum Beispiel Schott gelöst. Er hat die behaarten Pflanzen wie Sempervivum assimile bennant.

Die behaarten Pflanzen ist es möglich gut zu erkennen. Die Behaarten Pflanzen sind anders gefärbt - sie sind grau-blau gefärbt. Die Haare kann man ohne Lupe beobachten.

LG,
jezour

Sempernicki

Fr., 17.12.2021 - 12:13

Lieber jezour,

vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. S. assimile vergesse ich immer, weil ich die noch nie real gesehen habe - auch nicht im Topf.

Orchideen und Sempervivum - das wäre auch des Guten zuviel!

LG
Sempernicki

Titelbild
Reisebericht: Brojišta