Reisebericht: Pindulka

Gespeichert von jezour am Mi., 05.10.2011 - 18:03

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. globiferum ssp. hirtum  (cf) from Pindulka

Jovibarba hirta var. hirta - Pindulka

Wir besuchen Tschechien, wir bleiben in Mähren – nicht weit von der Stadt Brno. Die Stadt ist für uns sehr interessant. In der Stadt und in der Nähe der Stadt befindet sich die Grenze der Verbreitung von zwei Arten der Gattung Jovibarba – Jovibarba hirta und Jovibarba globifera.

Viele Autoren schreiben, dass Jovibarba hirta nur östlich und südlich von der Stadt wächst. Es ist nicht so wahr. Es gibt ein Gebiet. Auf diesem Gebiet können wir mehrere Lokalitäten von Jovibarba hirta finden. Das Gebiet heißt Mährischer Karst. Das Gebiet befindet sich nördlich von der Stadt.

Diese Lokalität befindet sich in Mährischen Karst, nicht weit von dem Städtchen Ostrov u Macochy (Macocha = eine Kluft). In der Nähe des Städtchens befinden sich gerade zwei Lokalitäten, die nur 150 m entfernt sind. Eine heißt Pindulka, ponor Vintoky, die andere heißt Balcarka. Es ist höchst interessant, dass auf Balcarka Jovibarba globifera wächst!

Das Gestein bildet Kalkstein, es handelt um ein großer Felsen. Unten befindet sich eine Höhle. Und oben? Dort wachsen unsere Jovibarbas – Jovibarba hirta var. hirta. Die Pflanzen wachsen in der Höhe um 430 m über dem Meerspiegel.

Diese Pflanzen ändern die Farbe während des Jahres. Sie sehen wirklich wunderschön aus. Auf dem Standort wachsen viele Pflanzen, sie blühen oft, sie bilden viele Ausläufer. Es ist Schade, dass auf der Lokalität ziemlich viele Gebüsche wachsen.

Bis jetzt habe ich andere Pflanzen (Jovibarba hirta) gezeigt. Darum sehen diese wirklich anders aus. Die Art (Jovibarba hirta) bildet eine riesegroße Menge von Standortsformen. Auf jede Lokalität sehen die Pflanzen ein bisschen anders aus. Die Pflanzen in kleinem Gebiet sind ähnlich. Bis jetzt haben wir nur die Pflanzen aus dem Gebiet der Stadt Ružomberok gesehen. Diese Lokalität ist ziemlich entfernt (um 200 km). Jovibarba hirta wächst auf dem riesengroßen Gebiet (Alpen, Karpaten, Mähren). Ich habe auch zwei Lokalitäten in Ost-Rumänien gesehen. Diese Pflanzen sehen wieder anders aus. Die Pflanzen aus Mähren sind ähnlich wie Jovibarba globifera. Wenn wir die Pflanzen dann studieren, ist es klar – es handelt um Jovibarba hirta. Die Pflanzen in Mähren bilden ein Übergang zu Jovibarba globifera, trotzdem sind die Unterschiede zwischen den Arten groß.

Diese Lokalität zeigt uns, dass die Teorie viele Arten der Gattung Jovibarba unter Jovibarba globifera einzuordnen falsch ist. Die Pflanzen wachsen oft gemeinsam, es ist oft schwierig die Pflanzen einzuordnen (wie zum Beispiel die Lokalität Brno – Stránská skála). Darum bin ich gegen die Teorie und zeige die Pflanzen wie zwei Arten.

Ich freue mich auf die Fragen.

LG,
jezour

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Mo., 13.12.2021 - 10:24

Hallo, lieber jezour,

diesmal hast du es mir nicht leicht gemacht, einen Eintrag ins Lexikon zu erstellen. Bisherige Beschreiber benennen die Pflanze mit "... glabrescens". Du hast uns erklärt, warum du das nicht für gut hältst, sondern lieber Jovibarba hirta var. hirta schreibst.

Der Lexikon-Eintrag ist als "globiferum ssp. hirtum (cf) from Pindulka" zu finden.

LG
Sempernicki

Sempernicki

Mo., 13.12.2021 - 10:24

Sempernicki,

vielen Dank für den Lexikon-Eintrag. Ich weiß, dass es sehr schwierig ist, diese Pflanzen einzuordnen. Ich weiß über mehrere Lokalitäten, auf denen diese Jovibarba hirta wächst. Ich habe diese Pflanzen auf zwei Lokalitäten gesehen.

Ich habe noch nicht geschrieben, dass diese Lokalität sich auf dem Rande des Gebietes der Verbreitung von Jovibarba hirta befinden. Nur südlich von diesen Lokalität befinden sich anderen Lokalitäten von Jovibarba hirta!

LG,
jezour

Sempernicki

Mo., 13.12.2021 - 10:25

Hallo jezour,

nun hatte ich mehrere Tage Zeit darüber nachzudenken, warum du nicht für diese Pflanzen wie andere Botaniker einer Varietät "glabrescens" zustimmst. Kann es sein, dass du zum Vergleich nur nach den Rosettenblättern guckst? Wenn ich den Unterschied zwischen einer "...var. hirta oder hirtum" und "... var. glabrescens" nachlese, so finde ich Beschreibungen der Stängelblätter, wobei die der ersten Varietät drüsig-flaumhaarig sind und die von "... glabrescens" kahl oder verkahlend. Und es gibt Übergangsformen.

Hast du denn die Stängelblätter deiner Pflanzen aus Pindulka untersucht und mit denen von anderen aus dem Bereich "... hirtum" verglichen??

LG
Sempernicki

Sempernicki

Mo., 13.12.2021 - 10:25

Hallo Sempernicki,

die Problematik um Jovibarba hirta ist schwierig. Es hängt mit der Historie der Varietät glabrescens zusammen.
Glabrescens war wie eine Form aus Bratislava beschrieben. In der Beschreibung steht: "deren Blätter der Behaarung fast ganz entbehren." Das ist alles. Die Beschreibung von var. glabrescens haben mehrere Botaniker ergänzt. Erst im 20 Jahrhundert haben die Botaniker das Merkmal mit den Stengelblätter ergänzt. Das Merkmal ist auch nicht überzeugend. Bei den Stängelblättern gilt die selbe Situation wie bei den Rosettenblättern.

Die blühende Pflanzen aus Pindulka habe ich noch nicht gesehen, ich habe die blühende Pflanzen von Jovibarba hirta auf mehreren Lokalitäten gesehen.

LG,
jezour

Sempernicki

Mo., 13.12.2021 - 10:29

Hallo, lieber jezour,

so sehen die Pflanzen nach 6 Wochen im Sauerland aus - schöne Herbstfarben:

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Die fehlende Behaarung ist gut zu sehen.

LG
Sempernicki

Titelbild
Reisebericht: Pindulka