Reisebericht: Balcarka

Gespeichert von jezour am Sa., 17.08.2013 - 13:25

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. globiferum ssp. globiferum from Balcarka

Jovibarba globifera - Balcarka

In diesem Beitrag bleiben wir wieder in Tschechien und verlassen nicht ein Karstgebiet, Mährischer Karst. Mährischer Karst befindet sich in Mähren, das Karstgebiet liegt etwa 10 Kilometer nordöstlich von der Stadt Brno.

In diesem Beitrag besuchen wir wieder die Gegend bei dem Ort Ostrov u Macochy. Die Gegend südwestlich von dem Städtchen haben wir schon besucht. Erinnern sie an die Pflanzen aus dem Standort Pindulka? Sicher. Und wo liegt der Standort Balcarka? Die Antwort ist einfach – gegenüber dem Standort Pindulka.

Unter dem Städtchen Ostrov u Macochy gibt es ein Tal. Es fliesst keinen Bach da, denn der Bach fliesst irgendwo in den Höhlen unter der Erde. In der Nähe des Städtchens emporragen an den Beiden Seiten des Tales die Felsen. Die Felsen heißen Pindulka und Balcarka.

Die Pflanzen am Standort Pindulka haben wir schon gesehen. Was wächst an dem Standort Balcarka? Eine Überraschung – Jovibarba globifera. Obwohl der Standort nur etwa 150 Meter entfernt ist, wachsen da ganz unterschiedliche Pflanzen.

Das Gestein am Standort Balcarka wird Kalkstein gebildet. Die Pflanzen wachsen da in der Höhe um 460 Meter über dem Meerspiegel. Der Standort ist ziemlich ausgedehnt, es gibt eine große Menge der Rosetten da. Die Rosetten wachsen vor allem unter der Steinen, in den Lücken zwischen den Steinen und in der Nähe der Steine. Leider es ist nicht möglich die meisten Pflanzen von Frühling bis Herbst zu beobachten. Es gibt eine Weide da und um die Weide führt einen Zaun.

Ich habe die Rosetten in der Nähe des Ausganges der Höhle beobachtet. Die Rosetten sind im Schatten gewachsen. Darum waren sie dunkel grün gefärbt und geöffnet. Ich habe da ein paar Gruppen der Pflanzen gefunden. Die blühenden Rosetten habe ich nicht gesehen.
Die Botaniker halten das Tal für einen Standort. Was meint es? An den beiden Standort wachsen zwei Arten der Hauswurz. Jovibarba hirta am Standort Pindulka und Jovibarba globifera am Standort Balcarka.

Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
jezour

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Mi., 15.12.2021 - 10:46

Danke für den neuen Reisebericht lieber jezour!

Als ich das Bild vom Standort sah, dachte ich: hier würde ich auch versuchen, Semps zu finden. Aber wahrscheinlich sieht in dieser Gegend jeder Hang so "verdächtig" aus.

Du fragst, was wir meinen, ob es sich um einen eigenen Standort handelt. Was wäre denn die alternative Erklärung für das Vorkommen? Eingeschleppt von Menschenhand oder Vogelkralle?

Was meinst denn du?

Liebe Grüße aus dem Münchner Osten
Zaubergarten

Sempernicki

Mi., 15.12.2021 - 10:47

Hallo, lieber jezour,

du bist aber fleißig! Schon wieder ein neuer Reisebericht. Vielen Dank dafür.

Zu deiner Frage, ob es sich um einen Standort bei Pindulka und Balcarka handelt:
In meinem "Botanischen Wörterbuch" von Schubert/Wagner (1991) wird der Begriff "Standort" so definiert: "potentieller Wohnplatz einer Art oder einer Pflanzengemeinschaft unter Einschluß aller darauf einwirkenden Umweltfaktoren, gleich ob die Art oder Pflanzengesellschaft real vorhanden ist oder nicht (vgl. dagegen Fundort)"
Ende des Zitats

Das habe ich so verstanden, dass man in deinem Fall von einem Standort sprechen könnte, wenn alle ökologischen Faktoren gleich sind.

Ändert sich ein Faktor nach und nach, so kann man auch von Standortreihen sprechen - frei nach obigem Buch. Das habe ich so verstanden, dass sich zum Beispiel nur die Höhe ändert oder die Ausrichtung zur Sonne oder ...

Ob es sich bei Pindulka und Balcarka um einen oder zwei Standorte handelt, das kannst du besser entscheiden.

Liebe Grüße
Sempernicki

Sempernicki

Mi., 15.12.2021 - 10:47

Hallo,

liebe Zaubergarten,
in dem Mährischen Karst gibt es viele Felsen und viele felsige oder steinerne Abhänge. An den meisten Felsen und Abhängen wächst den Wald. Ungefähr an der Hälfte der restlichen Felsen und Abhänge wachsen dann Hauswurz.

Die Erklärung für Vorkommen habe ich nicht. Etwas können uns die nächsten Standorte von Jovibarba hirta und Jovibarba globifera verraten. Durch das Tal bei dem Städtchen Ostrov u Macochy läuft die Grenze zwischen Jovibarba hirta und Jovibarba globifera, schreibe ich.

Jovibarba hirta
Zirka 3 Kilometer westlich gibt es nächste Standorte von Jovibarba hirta. Die Rosetten sehen gleich wie die Pflanzen aus dem Standort Pindulka aus. Die Standorte befinden sich in dem Tal Pustý Žleb (Beran a Rorejsi, Blansek, Macocha – unter der Seilbahn...). Die Standorte liegen an den beiden Seiten des Tales. Nördlich und westlich gibt es dann keine Standorte mehr. Aber südlich von dem Tal Pustý Žleb (ungefährt 10 Kilometer) gibt es nächste Standorte von Jovibarba hirta – Viničné Šumice, in der Stadt Brno gibt es dann nächste Standorte (in den südöstlichen Teilen der Stadt). Und südlich von Brno liegt das Gebirge Pálava. Da gibt es viele Standorte nur von Jovibarba hirta.

Jovibarba globifera
In diesem Reisebericht habe ich den Standort Balcarka gezeigt. Dann habe ich einen Standort unter dem Dorf Lipovec vorgestellt. Der Standort unter dem Dorf Lipovec ist etwa 2,6 Kilometer von Balcarka entfernt. Südlich und auch nordöstlich liegen schon die Standorte von Jovibarba hirta (die Standorte nordöstlich sind ganz entfernt). Aber etwa 25 Kilometer nördlich gibt es nächste Standorte von Jovibarba globifera. Und die Standorte westlich? Westlich von Balcarka liegt ein kleines Gebiet des Vorkommens von Jovibarba hirta. Bei der Stadt Blansko (etwa 10 Kilometer von dem Standort Beran a Rorejsi) gibt es wieder einen Standort von Jovibarba globifera. In der Stadt Brno, in den nördlichen Teilen der Stadt, befinden sich nächste Standorte von Jovibarba globifera. Die Verbreitung von Jovibarba globifera setzt weiter südwestlich von Brno fort – bei dem Städtchen Moravský Krumlov, dann südlich von Moravský Krumlov bei der Stadt Znojmo.


liebe Sempernicki,
die ökologischen Faktoren sind wirklich gleich. Das Gelände ist an den beiden Felsen sehr gegliedert. Die Rosetten wachsen an den beiden Felsen an den südlichen, südwestlichen und südöstlichen Plätzen. Das Gestein ist gleich – Kalkstein. An den beiden Felsen wachsen die Hauswurz ungefährt in der gleichen Höhe. Die Pflanzengesellschaft ist auch gleich.
Darum finde ich diese zwei Felsen für uns Hauswurzliebhaber so interessant.


Liege Grüße aus Westböhmen,
jezour

Titelbild
Reisebericht: Balcarka