Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. globiferum ssp. globiferum from Andělská hora
Jovibarba globifera - Andělská hora
In diesem Reisebericht komme ich zu meinem beliebten Thema zurück. Das Thema heißt Jovibarba globifera. In Tschechien und vor allem in Böhmen gibt es viele Standorte von Jovibarba globifera. Einige Standorte habe ich gefunden und ich habe da die Pflanzen auch beobachtet. In disem Reisebericht besuchen wir eine Burgruine in Westböhmen. Die Bilder sind ein bisschen älter, denn ich den Standort schon im Jahre 2009 besucht habe.
Die Burgruine heißt Andělská hora. Unter die Burgruine liegt das Dorf mit dem gleichen Namen. Wo befindet sich Andělská hora? Andělská hora liegt nicht weit von Karlsbad. Das Dorf gibt es gleich neben der Hauptstraße Karlsbad – Prag. Die Burgruine ist es leicht zu finden, denn die Burgruine liegt auf dem Hügel, der hoch über die Umgebung emporragt. Der Hügel wird von Trachyt gebildet.
Der Standort ist ziemlich ausgedehnt. Die Rosetten von Jovibarba globifera wachsen an den westlichen, südlichen und östlichen Felsen und Steine überall auf dem Hügel. Es gibt eine riesengroße Menge der Rosetten da. Also der Standort liegt in der Höhe von 675 Meter bis 717 Meter über dem Meerspiegel.
Die Rosetten wachsen vorwiegend an den Felswänden. Sie wachsen auch in der Nähe der Steine und am Rande der Steine und am Rande der Felsen. Die Rosetten bilden oft schöne und große Gruppen. Ich habe den Standort im Frühling besucht. Die Rosetten fangen die neuen Ausläufer an zu bilden.
Über dem Standort muss ich auch zwei wichtigen Notizen anführen. Der Standort ist sehr schwer mit Endophyllum sempervivi angesteckt. Eine riesengroße Menge der Rosetten leidet an diese “Krankheit.“ Ich habe da große Kolonien gesehen und alle Rosetten waren krank. Die krankren Rosetten können sie auch auf den Bildern beobachten.
Am westlichen Abhang unter der Pforte habe ich eine Kolonie von S. ruthenicum gefunden. Diese Pflanzen waren da sicher ausgesetzt, denn S. ruthenicum wächst natürlich in Böhmen nicht.
Ich freue mich auf die Antworten.
LG,
jezour
Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf www.sempervivum-liste.de einloggen.

Comments
Antwort von Sempernicki am 10.03.2014
Lieber jezour,
so eine schöne Stelle und dann eine Verseuchung mit dem Pilz, das ist ein Jammer. Hoffentlich bekommen wir ihn nicht mal in den Garten. Das letzte Bild zeigt den Pilz sehr eindruckvoll.
Ob die andern Leute beim Besichtigen der Burgruine einen Blick für Jovibarbas haben? Wenn die Pflanzen so oft in Tschechien vorkommen, kennen die Leute sie deshalb, so wie die Kinder hier die Gänseblümchen kennen? Oder ist das nur etwas für botanisch sehr Interessierte?
Hast du sie als Kind gekannt?
Vielen Dank für den Reisebericht und die Bilder!
Liebe Grüße
Sempernicki
Antwort von banker07 am 10.03.2014
Hallo lieber jezour;
ein echtes Trauerspiel mit diesem Pilz - so heftig habe ich es noch nie gesehen;
ich hatte zum Glück bisher nur einen Pilzbefall in der Sammlung - die calcareum-Hybride Mrs. Giuseppi;
ich wusste gar nicht, dass davon auch Globis befallen werden können; das spricht für eine große genetische Nähe zwischen Sempervivum und Globiferum, oder?
danke für diesen interessanten Bericht!
lG banker07
Antwort von jezour am 11.03.2014
Hallo,
liebe Sempernicki,
am Naturstandort gibt es auch gesunde Rosetten. In der Sammlung baue ich die Rosetten aus diesem Standort an, alle sind gesund.
Ich habe die Notizen über Jovibarba globifera in Tschechien in der Literatur gesucht, ich habe die Erwähnungen fast über 600 Standorten entdeckt. Sicher habe ich nicht alle gefunden. Über einigen Standorten gibt es sogar keine Erwähnungen in der Literatur. Also es gibt ziemlich viele Standorte in Tschechien, aber viele gibt es an den schwierig zugänglichen Orten.
Die Leute, die diese Burgruine besuchen, genießen vor allem die Aussichte, sie interessieren sich für die Pflanzen fast nicht.
Die Leute in Tschechien kennen Hauswurz. Wenn man Hauswurz sagt, erinnern die Leute am häufigsten an S. tectorum. Jovibarba globifera kennen fast nur die Leute, die sich für Botanik interessieren. Als Kind habe ich auch S. tectorum gekannt. Als ich mich für Hauswurz angefangen zu interessieren habe, lerne ich endlich Jovibarba globifera kennen.
lieber banker07,
auch Jovibarbas können von Endophyllum semperivi befallen werden. Ob Jovibarba und Sempervivum genetisch nah sind, das weiß ich nicht. Die Genetik der Hauswurz hat (glaube ich) noch niemand geforscht.
D. R. Letz hat die Unterschiede zwischen den Gattungen Sempervivum und Jovibarba studiert und hat viele Unterschiede gefunden - in den Blüten, in den Ausläufern, in der Gestalt der Samen, in der Gestalt der Kronblätter und in der Gestalt der Getreide des Pollens.
Wenn es die Gattungen Sempervivum und Jovibarba genetisch nah sind, gibt es wahrscheinlich auch die Mischlinge in der Natur. Sie wachsen oft an einem Naturstandort nebeneinander, sie teilweise blühen in der gleichen Zeit, trotzdem gibt es in der Natur keine Mischlinge.
Ich möchte da noch ein Bild aus dem Standort zeigen. Ich habe über S. ruthenicum am westlichen Abhängen von Andělská hora geschrieben. S. ruthenicum wächst da mit Jovibarba globifera an ein paar Orten nebeneinander. Die Rosetten von Jovibarba globifera leiden an Endophyllum sempervivi, aber S. ruthenicum leidet an Endophyllum sempervivi gar nicht. Wir können es gut gerade auf dem Bild beobachten:
J. globifera mit S. ruthenicum am Naturstandort Andělská hora zusammen
LG,
jezour