staintonii from Kackar

Gespeichert von Sempernicki am Do., 14.10.2021 - 09:35
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Josef Ježek schrieb am 15.04.2020:

Auf meisten Bildern in der Galerie sehe ich die Pflanzen mit dicht drüsig behaarten Flächen der Rosettenblätter. In der Beschreibung von S. staintonii wird erwähnt, dass die Flächen der Rosettenblätter von älteren Rosetten kahl sind.
Auf den Bildern sehe ich auch Rosetten mit dunkel lila gefärbten äußeren Rosettenblättern, die Flächen der Rosettenblätter sind bei diesen Pflanzen dicht drüsig behaart. Diese Rosetten gehören sicher zu S. herfriedianum.

Sempernicki

Do., 14.10.2021 - 10:43

Hallo, liebe Veronika,

laut der Beschreibung sollen die Flächen der Rosettenblätter von S. staintonii kahl sein. Dieses Merkmal gilt aber nicht bei sehr kleinen jungen Rosetten von S. staintonii. Die Rosetten in der Natur haben wirklich ganz kahle Flächen der Rosettenblätter, dieses Merkmal ist auch präsent bei den Rosetten in der Kultur, also Flächen der Rosettenblätter ohne Bereifung.

Als ich zum ersten Mal die Bilder im Lexikon gesehen habe, habe ich mir gleich an folgendes Bild erinnert. Die Rosetten aus den Bildern im Lexikon sehen ziemlich ähnlich, oder?

altes Forum

LG,
Josef

Sempernicki

Do., 14.10.2021 - 10:49

Hallo, liebe Veronika,

zuerst ein paar Angaben zu zwei Arten, Sempervivum staintonii und Sempervivum herfriedianum.

Sempervivum staintonii - die Rosetten beinhalten eine geringe Anzahl der Rosettenblätter, die Rosetten sehen oft wie kleine Sterne aus, bei größeren Rosetten mit langen äußeren Rosettenblättern ist die Stern-Gestalt in der Mitte der Rosette sichtlich. Die Rosettenblätter sehen so aus, wie sie durch eine Schicht von Wachs bedeckt werden, sind ganz kahl, nur junge und kleine Rosetten können teilweise behaart sein. An den Kanten der Rosettenblätter von Sempervivum staintonii befinden sich ziemlich lange Wimper in ziemlich langen Abständen, die Wimper fehlen ganz an den Rädern der Rosettenblättern in der Nähe der Spitzen der Rosettenblätter.
Sempervivum herfriedianum besonders sehr variabel. Die Naturstandorte gibt es schon in der Höhe von 1100 Meter, die höchst gelegene Naturstandorte habe ich in der Höhe um 1900 Meter gesehen. Die Rosetten an den hoch gelegenen Naturstandorten sind eher kleiner, die Rosetten sind kugelig und eher geschlossen. Niedriger, etwa in der Höhe um 1500 Meter waren die Rosetten groß, geöffnet, mit vielen Rosettenblättern. Und in der Nähe des Ortes Barhal waren die Rosetten von Sempervivum herfriedianum wieder kleiner, geöffnet, mit sehr kurzen Ausläufern. Die Rosettenblätter von Sempervivum herfriedianum sehen silbrig aus, die Rosettenblätter mancher Rosetten sind auch lila gefärbt. Die Flächen der Rosettenblätter sind dicht kurz drüsig behaart, an den Kanten der Rosettenblätter gibt es viele Wimper in regelmäßigen und geringen Abständen. Einige Wimper sind länger, bei der Spitze der Rosettenblätter sind die Wimper kürzer, aber sind präsent.
Sempervivum herfriedianum bildet sicher Hybride in der Natur, alle Formen zwischen S. staintonii und S. herfriedianum sind möglich. Sicher habe ich in der Natur Hybride zwischen S. staintonii und S. herfriedianum beobachtet, vor allem die Hybride mit der Mehrheit der Merkmalen von S. staintonii. Solche Pflanzen (alle Rosetten, auch alte und große Rosetten) haben teilweise behaarte Rosettenblätter. Die Behaarung war länger als bei S. herfriedianum, die Flächen der Rosettenblätter waren nur behaart, nicht drüsig behaart. Ich habe eine blühende Rosette von dieser Hybride am Naturstandort beobachtet, Blütenstengel hat ähnlich wie bei S. herfriedianum ausgesehen.
Die Hybride zwischen S. herfriedianum und S. artvinense sind auch möglich, beide Arten wachsen zusammen an den Naturstandorten und blühen in der gleichen Zeit.

Auf dem Bild in meinem vorigen Beitrag gibt es Sempervivum herfriedianum, das Bild habe ich am Naturstandort bei dem Ort Barhal in der Höhe um 1200 Meter gemacht.

LG,
Josef