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Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba.

Das reich illustrierte Werk stellt in über 90 Seiten und mit über 120 Abbildungen die faszinierende Vielfalt der Hauswurz-Arten der Alpen vor. Gemäß der hier gewählten Klassifikation sind dies neun Hauswurz-Species. Fünf dieser Wasser speichernden, sukkulenten Arten sind nirgends anders zu finden, sie kommen dort endemisch vor. Als Überblicksbeitrag stellt das Sonderheft diese interessante und sozusagen vor unserer Haustüre wachsende sukkulente Pflanzengruppe umfassend und informativ vor.

 

 

Wer in den Alpen auf Hauswurzen stößt, begegnet meist der Spinnweben-Hauswurz. der Berg-Hauswurz oder der Dach-Hauswurz. Diese häufigen Vertreter der Gattung mischen sich nicht selten auch fruchtbar untereinander wie auch mit anderen Arten. Sie blühen rot und haben sternförmige Blüten. Auch die Gewöhnliche Fransenhauswurz (Sempervivum globiferum bzw. Jovibarba globifera) hat im Ganzen gesehen in den Alpen ebenfalls ein relativ großes Verbreitungsgebiet von den Meeralpen bis in die Steiermark und die Karawanken. Allerdings kommt sie hierbei lückenhaft in eher peripheren Bereichen der Alpen vor. Wie alle Vertreter der Gruppe Jovibarba hat sie blassgelbe röhrig-glockenförmige Blüten. Die Gewöhnliche Fransenhauswurz wird umfassender dargestellt, weil dort viel Klärungsbedarf vorherrscht. Wulfens Hauswurz, auch Gelbe Hauswurz genannt, ist in den Ostalpen zu finden. Sie ist dort endemisch und nicht häufig, geht aber bis in äußerste östliche Ausläufer und hat gelbe, sternförmige Blüten. Viel seltener sind die Kalk-Hauswurz und die Großblütige Hauswurz (Sempervivum grandiflorum). Ihr Vorkommen in ihrem jeweiligen Verbreitungs-Gebiet in den Westalpen kann ebenfalls als endemisch bezeichnet werden. Noch seltener als die vorgenannten ist die Dolomiten-Hauswurz, die endemisch in wenigen Gebieten der Dolomiten vorkommt.

 

Äußerst selten ist die Serpentin-Hauswurz. Dieser Lokalendemit wächst nur an zwei unmittelbar benachbarten Bergen in der Steiermark auf ganz besonderem Gestein, das normalerweise für Pflanzen sehr ungünstig ist („Serpentin“).

 

Bei der Präsentation jeder dieses Arten wird je ein spezieller Schwerpunkt mitbehandelt, so zum Beispiel wie es zu der typischen spinnwebenartigen Behaarung bei der Spinnweben-Hauswurz kommt oder wie man bei den Rosettenblättern der Kalk-Hauswurz besonders gut erkennt, dass sie im „Goldenen Winkel“ angeordnet sind, von dem der „Goldene Schnitt“ abgeleitet werden kann. Auch auf die besondere Hitzresistenz von Spinnweben-Hauswurzen und Dach-Hauswurzen, die von heißen und sehr trockenen Standorten stammen, wird hingewiesen. Im Juli überlebten sie Spitzenwerte von 62 °C bis 64 °C. Demnach sind sie die hitzeresistentesten aller daraufhin getesteten Hochgebirgspflanzen. Bezüge der aktuellen Verbreitungsgebiete der Hauswurz-Arten zu der letzten großflächigen Vergletscherung der Alpen und deren Refugien während der letzten eiszeitlichen Kaltzeit werden ebenfalls diskutiert.

 

Diese Zusammenstellung ist in allgemeine Bemerkungen zu Hauswurzen eingebettet wie Namensherkünfte, die lange Beziehung des Menschen zu Hauswurzen, deutschsprachige Volksnamen, Verbreitungsgebiet, Lebensraum, Unterscheidung der beiden Pflanzengruppen Sempervivum und Jovibarba und deren botanische Einordnung. Die Hauswurz-Arten sind allgemein schwierig zu umschreiben, die Nomenklatur ist oft kompliziert und verworren, es gibt viele unterschiedliche Benennungen ein- und derselben Art. Der Beitrag ist von Natur aus ein Fachartikel in einem Sonderheft der Fachzeitschrift Avonia, doch populärwissenschaftlich gehalten und versucht, Struktur in manche bislang sehr verwirrende Bereiche zu bringen. Bei aller Detailtiefe und Informationsfülle bleibt er verständlich, alle Fachausdrücke werden jeweils erklärt.

 

Der ansprechende Überblicksbeitrag will dem Leser Lust machen, sich mit dieser interessanten Gattung näher zu befassen und vielleicht auch einige Hauswurzen aus gärtnerischer Vermehrung zu pflegen. Daneben zeigt er Gebiete auf, in denen es noch Forschungsbedarf gibt und manches Rätsel der Lösung bedarf. Im Hintergrund schwingt dazu immer auch die Anregung mit, selber Hauswurzen in den Alpen aufzusuchen und sich daran zu begeistern, damit auch mancher Leser Momente wie diesen erfahren darf, den der Artikel gleich zum Auftakt mit einem Zitat eines Hauswurz-Liebhabers aus Füssen schmackhaft macht: „Diese Morgenstimmung (...), wenn du leicht fröstelnd im Morgennebel los ziehst, und dann irgendwann halb droben die Sonne durch den Nebel dringt, - da ist die Luft goldfarben, voll von Duft vom Bergwald, darüber die Bergspitzen im blauen Himmel, und du schaust einfach nur gebannt und wünschst, dass dieser Moment ewig währt, - sie haben es wirklich schön, die fetten Wurzen da droben ... Danke“.

 

Manuel Werner (2011): Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. – In: Avonia - Die Fachzeitschrift der Fachgesellschaft andere Sukkulenten 28:4 (2010), erschienen 2011, ISSN 1615-0805, herausgegeben von der „Fachgesellschaft andere Sukkulenten e.V., Leipzig“. Eine Liste mit aktuellen Corrigenda, Hinweisen und Aktualisierungen kann bei jener Website ebenfalls heruntergeladen werden.

 

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